Hitzeaktionstag 2025: Eine Frau trinkt ubter heißer Sonne aus einer kühlen Wasserflasche (Symbolbild)
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Hitzeaktionstag 2025

Was tun, wenn´s heiß ist?

Seit Tagen ist es heiß in der Stadt und du suchst nach einer schattigen Ecke für eine erfrischende Pause mit einem kühlen Getränk. Eine gute Idee, würden die Experten beim Hitzeaktionstag 2025 sagen.

Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit KLUG berichtet zum Hitzeaktionstag 2025, dass das Jahr 2024 das bisher wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn regelmäßiger Messungen gewesen sei.

Damit liegt Deutschland im europäischen Trend, denn in Europa ist der Temperaturanstieg fast doppelt so hoch wie im Rest der Welt. Das hat Folgen für die Gesundheit: Da die Deutschen wie die Europäer insgesamt immer älter werden, nehmen auch die hitzebedingten Gesundheitsgefahren deutlich zu, denn eine ältere Bevölkerung kommt mit den Herausforderungen der klimatischen Veränderungen deutlich schlechter zurecht als eine jüngere. Wir fassen für dich die wichtigsten Stellungnahmen zum Hitzeaktionstag 2025 zusammen.

Sport und Hitze

Jüngere Menschen können sich deutlich besser an Hitzeperioden anpassen, sollten aber auch einige Tipps beachten, die du ⇒hier findest. Sogar Sport ist bei Hitze kein No-Go, sagt der Deutsche Olympische Sportbund (DSOB) in einem Aufklärungsvideo1. Ein paar Regeln seien allerdings wichtig, um Hitzestress beim Sport weitgehend zu vermeiden.

  • vor, während und nach dem Sport ausreichend trinken
  • Trainingszeiten mit geringerer Hitzebelastung wählen, also morgens oder abends
  • beim Sport Pausen im Schatten einlegen
  • atmungsaktive und helle Kleidung tragen, die den Körper beim Abkühlen unterstützt
  • bei Unwohlsein pausieren

Wenn du gesund bist, regelmäßig trainierst und diese Punkte beachtest, steht deinem Training auch an heißen Tagen nichts im Wege. Wichtig ist natürlich: Höre immer auf deinen Körper, vor allem an Hitzetagen.

Ein Tipp zum Hitzeaktionstag 2025 für Veranstalter und Vereine: Es gibt eine „Bundesempfehlung Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport“ des Bundesgesundheitsministeriums, die du ⇒hier herunterladen kannst. Es ist eine sehr gute, allerdings auch umfassende Empfehlung für Wettkampf- und Trainingsbetrieb in Hitzeperioden. Das kannst du als Hilfestellung nutzen, wenn du eine Sportveranstaltung organisierst. Ob du dann tatsächlich auf leckeres Grillgut und kühle Biere verzichtest, wie es in der Empfehlung steht, bleibt dir überlassen.

Für wen Hitze besonders gefährlich ist

Menschen mit Gefäßerkrankungen und ältere Menschen sind besonders gefährdet. Bei den Älteren, deren Organismus deutlich empfindlicher ist, kommt noch ein vermindertes Durstgefühl hinzu. „Die Kombination aus Flüssigkeitsmangel, veränderter Blutzusammensetzung, vorgeschädigten Gefäßen und eingeschränkter Mobilität macht ältere Gefäßpatienten und Gefäßpatientinnen bei hohen Temperaturen anfällig für Verschlüsse von Bypässen, Thrombosen und Schlaganfälle“, betont Professor Dr. med. Irene Hinterseher, Gefäßchirurgin am Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg der Medizinischen Hochschule Brandenburg anlässlich des Hitzeaktionstags 2025. Noch einmal höher liege das Risiko für ältere, alleinlebende Gefäßkranke in Städten. „Städtische Hitzeinseln können nachts bis zu zehn Grad wärmer sein als das Umland“, so Hinterseher.

Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin empfiehlt Älteren und Menschen mit Herz- oder Gefäßerkrankungen2:

  • Ausreichend trinken: Zwei bis drei Liter täglich – bevorzugt Wasser, Tee oder Saftschorle, am besten lauwarm. Lassen Sie sich bei Nieren- oder Herzproblemen vorher von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin beraten, welche Flüssigkeitsmenge Sie benötigen!
  • Tägliches Wiegen: Ein plötzlicher Gewichtsverlust kann auf Flüssigkeitsmangel hinweisen.
  • Räume kühl halten: Tagsüber abdunkeln, frühmorgens lüften, Ventilatoren nutzen.
  • Medikamente prüfen: Lagerungshinweise auf den Packungen und Beipackzetteln beachten; bei Unsicherheit in der Apotheke oder Arztpraxis nachfragen.
  • Kreislauf beobachten: Blutdruck und Puls regelmäßig kontrollieren und bei Auffälligkeiten ärztlichen Rat einholen.
  • Bei venösen Erkrankungen die Beine hochlagern, um Schwellungen zu vermeiden.
  • Bei venösen Erkrankungen Kompressionsstrümpfe auch bei Hitze nicht weglassen – sie schützen vor offenen Beinen und Thrombosen. Extratipp: Wer stark schwitzt, kann die Strümpfe auch angefeuchtet und nass tragen.


Trinken ist Nierenschutz

Starke Hitze und zu wenig Trinken belasten die Nieren – auch bei jungen, gesunden Menschen. Wer viel schwitzt, etwa beim Sport oder bei der Arbeit im Freien, sollte gezielt gegensteuern. Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Vorerkrankungen sein oder die bestimmte Medikamenten wie Blutdrucksenkern und Entwässerungsmitteln einnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) warnt zum Hitzeaktionstag: „Wir müssen lernen, unsere Nierengesundheit in Zeiten extremer Hitze bewusst zu schützen.“ Denn dauerhafte Nierenschäden senken Lebensqualität und Lebenserwartung.3

Ein Erwachsener kann laut DGfN pro Stunde bis zu einem Liter Schweiß produzieren – ein immenser Flüssigkeitsverlust. „Wird dieser nicht rechtzeitig ausgeglichen, drohen ernsthafte gesundheitliche Folgen bis hin zum Hitzschlag“, sagt Professorin Dr. med. Julia Weinmann-Menke, Direktorin der I. Medizinischen Klinik (Nephrologie, Rheumatologie und Nierentransplantation) am Universitätsklinikum Mainz.

Die Nieren werden in Folge des Flüssigkeitsmangels schlechter durchblutet, die Filterfunktion lässt nach und die Urinproduktion sinkt. Gleichzeitig steigen im Körper die Konzentration von Harnsäure, die Entzündungsfaktoren und der oxidative Stress an. Darum ist Trinken so wichtig.

Der Körper nimmt Flüssigkeit über den Dünndarm meist schnell auf – in ein bis zwei Stunden ist sie verteilt. Bei starkem Schwitzen reicht Wasser allein jedoch oft nicht aus. Denn mit dem Schweiß gehen auch wichtige Elektrolyte wie Natrium und Chlorid verloren. Das kann zu Muskelschwäche oder Krämpfen führen. Empfehlenswert sind mineralstoffreiche Getränke, leicht gesalzenes Wasser oder spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke.

Wie erkennt man, ob du oder jemand aus deiner Familie oder dem Freundeskreis zu wenig trinkt? Mache einfach den Hautfaltentest: Drücke mit zwei Fingern eine Hautfalte am Handrücken hoch. Bleibt sie stehen, ist das ein Anzeichen für Flüssigkeitsmangel.

Medikamente bei Hitze: Wirkung und Lagerung

Hohe Temperaturen können die Wirkung von Medikamenten im Körper verändern – besonders bei Blutdrucksenkern, Entwässerungsmitteln, Schlaf- oder Abführmitteln. Durch vermehrtes Schwitzen kann es zu Flüssigkeitsverlust kommen, wodurch manche Wirkstoffe stärker oder schneller wirken. Auch Medikamente in Pflastern können bei Hitze mehr Wirkstoff abgeben.4

Ebenso wichtig ist die richtige Lagerung: Die meisten Medikamente sollten dauerhaft nicht über 25 Grad gelagert werden – das gilt auch zu Hause. Einzelne Präparate wie Insulin gehören in den Kühlschrank (2–8 Grad). Hitzeschäden sind nicht immer sichtbar, können aber die Wirkung beeinträchtigen.

Wer unsicher ist, sollte sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen – auch zur möglichen Anpassung der Dosierung in Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.

Schwangerschaft und Hitze

Hohe Temperaturen stellen für Schwangere eine besondere Belastung dar. Studien des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigen, dass bei Temperaturen über 35 °C das Risiko für späte Frühgeburten um bis zu 45 % steigt. Bereits ab dem dritten aufeinanderfolgenden Hitzetag erhöht sich die Wahrscheinlichkeit vorzeitiger Wehen deutlich.

Die körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft, wie ein erhöhtes Blutvolumen und hormonelle Umstellungen, erschweren die Wärmeregulation. Dies kann zu Kreislaufproblemen, Schwindel und Wassereinlagerungen führen.

Ein kurzes und gutes Interview zum Thema findest du ⇒hier auf der Website der Frauenklinik des Klinikums Bayreuth.5

Hautkrebs

Ein Thema, das zum Hitzaktionstag 2025 dazugehört und zu dem es einige Artikel auf belazona.de gibt, die wir dir gerne empfehlen:

 Informationen, wie Hautkrebs entsteht, welche Arten es gibt und wie man ihn behandelt

Tipps zum Schutz vor Hautkrebs: Nicht zu viel Sonne und niemals ohne Schutz!

Hautkrebs-Screening: Früherkennung von Hautkrebs

Weiterführende Informationen

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, gibt es den Artikel „Hitze in Deutschland: Gesundheitliche Risiken und Maßnahmen zur Prävention“ im Journal of Health Monitoring, herausgegeben vom Robert-Koch-Institut6, den du ⇒hier herunterladen kannst.

Hier kannst du in einer fundierten und wissenschaftlich aufbereiteten Übersicht lesen, wie Hitzetage unsere Gesundheit gefährden und wie wir uns besser schützen können. Die Autorinnen und Autoren analysieren detailliert, welche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind, welche Erkrankungen durch Hitze verschärft werden und wie Hitzeaktionspläne auf kommunaler Ebene Leben retten können.

Der Artikel enthält zum Teil weitgehende Ausführungen zu Medikamentenwirkungen bei hohen Temperaturen, zur erhöhten Frühgeburtenrate bei Schwangeren sowie zur steigenden hitzebedingten Sterblichkeit.

Der Bericht eignet sich sowohl für Fachleute im Gesundheitswesen als auch für alle, die am Thema interessiert sind.

Quellen:

1 Aufklärungsvideo unter https://www.youtube.com/watch?v=uGO_qUVtcc8 ; Abruf 3.6.2025
2 Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V.; 
 Pressemitteilung zum Hitzeaktionstag: Gefährliche Kombination – Sommerhitze und Gefäßerkrankungen, 2.6.2025
3 Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.: Pressemitteilung zum Hitzeaktionstag 2025: Nierenschutz bewusst mitdenken
4 Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA
5 Dr. Carolin Kladt, Oberärztin an der Frauenklinik der Klinikum Bayreuth GmbH, gibt Schwangeren Tipps, wie sie mit Hitze und Sonne besser klar kommen; Website der Frauenklinik des Klinikums Bayreuth; Abruf 3.6.2025
6 Journal of Health Monitoring · 2023 8(S4); DOI 10.25646/11645; Robert Koch-Institut, Berlin; Abruf 3.6.2025

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Stand: 04.06.2025