Frau mit Tasse und Tablet schaut lächelnd in die Ferne
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Post-Holiday-Syndrom

Die Erholung festhalten

„Erst zu Hause: Koffer auspacken, Wäsche waschen, einkaufen. Dann der erste Tag im Büro: mein Postfach überfüllt mit E-Mails, eine endlose Anrufliste und Kolleginnen und Kollegen, die alle dringend was von mir brauchten. Zack – schon war meine Erholung wie weggeblasen!“

Vielleicht kommt dir diese Situation bekannt vor … Anna ist mit ihrem Alltags-Blues kein Einzelfall. Post-Holiday-Syndrom – so lautet der psychologische Fachbegriff für den Zustand, unter dem Studien zufolge bis zu zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach der Rückkehr aus dem Urlaub leiden. Sie fühlen sich lustlos, schlapp und wenig leistungsfähig – dabei hatten sie doch gerade eine wunderbare Auszeit …

Warum fällt der Wiedereinstieg so schwer?
Im Urlaub schalten wir bewusst in einen anderen Modus: weniger Reize, weniger Verpflichtungen, mehr positive Emotionen. In unserem vegetativen Nervensystem übernimmt der Parasympathikus („Ruhenerv“) das Steuer. Das heißt: Körper und Psyche erleben eine Phase der Erholung.

Mit dem plötzlichen Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag wird diese Ruhe abrupt unterbrochen. In unserem vegetativen Nervensystem übernimmt der Sympathikus („Leistungsnerv“), Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin steigen rasch an – und unser Organismus braucht Zeit, um diesen Wechsel zu verarbeiten.

Viele Menschen reagieren darauf mit dem typischen Stimmungstief, das charakteristisch für das Post-Holiday-Syndrom ist. Zwar gleicht es einer Depression, hält aber in der Regel nur kurze Zeit an. 

Lass dir Zeit!
Gut zu wissen: Nach einigen Tagen sind wir meist wieder im Alltag angekommen und fühlen uns den täglichen Herausforderungen wieder gewachsen.

Um die positiven Effekte aus dem Urlaub möglichst lange zu erhalten, ist es jetzt wichtig, dass du dir – trotz vieler Pflichten – ausreichend Zeit für Pausen und Entspannung gönnst.

Einfacher zurück in den Alltag

  • Wähle – wenn möglich – den Donnerstag statt Montag als ersten Arbeitstag. So hast du eine kurze Arbeitswoche vor dir – ideal zum Eingewöhnen.
  • Hole dir ein bisschen Urlaubsfeeling ins Büro: mit einem Urlaubsfoto auf dem Schreibtisch oder einem kleinen Souvenir.
  • Nimm dir für den ersten Arbeitstag nicht zu viel vor. Erstelle am besten eine Prioritätenliste und arbeite die Aufgaben der Reihe nach ab.
  • Mach pünktlich Feierabend und gönne dir einen schönen, entspannten Abend.
  • Versuche die Urlaubsgefühle zu Hause nachzuempfinden: Schau dir deine Fotos an, besuche deinen Urlaubsort virtuell oder koche ein Lieblingsgericht aus dem Urlaub nach.
  • Überlege, wie du mehr kleine Auszeiten in den Alltag holen kannst: Vielleicht endlich der Besuch im Fitnessstudio? Ein Kochkurs? Oder öfter mit Freunden ins Kino?
  • Plane ein langes Wochenende oder einen Kurztrip. Schon die Vorfreude kann neue Energie geben.
  • Und zu guter Letzt: Überlege doch schon einmal, was du im nächsten Urlaub gerne erleben möchtest. Planung ist bekanntlich die halbe Freude.

Expertinnen und Experten empfehlen übrigens, mehrere kurze Urlaube über das Jahr zu verteilen: für eine bessere Erholung und einen leichteren Wiedereinstieg in den Alltag. 

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Update 29.07.2025