Warzen

Warzen zählen zu den häufigsten Hauterkrankungen in Deutschland: Zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Da Warzen fälschlicherweise immer noch oft mit mangelnder Hygiene in Zusammenhang gebracht werden und deshalb ein Tabuthema sind, nehmen viele Betroffene die störenden Hautveränderungen in Kauf, anstatt Hilfe beim Arzt oder in der Apotheke zu suchen. Dabei sind Warzen hoch ansteckend und sollten immer entfernt werden.

Was sind Warzen?
Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die auf der Haut und den Schleimhäuten auftreten können. Aussehen und Größe können sehr unterschiedlich sein: Manche sind flach wie ein Leberfleck, andere haben eine Beulenform, manche sind groß und prall, andere klein und zerfasert. Die meisten Warzen finden sich auf Händen und Füßen, doch sie können auch jede andere Körperstelle befallen.

Wer ist betroffen?
Warzen können in jedem Alter auftreten, doch am häufigsten sind Kinder und Jugendliche betroffen. Da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist, sind sie anfälliger gegenüber den hoch ansteckenden Warzenerregern. Da Kinder außerdem in Kindergarten, Schule oder Sportverein auf engem Raum Kontakt miteinander haben, ist das Ansteckungs- und Verbreitungsrisiko bei ihnen besonders hoch.

Wie entstehen Warzen?
Warzen entstehen meist durch die Ansteckung mit humanen Papillomaviren (HPV). Von diesem Typ sind mehr als 100 Viren bekannt. Die Viren lassen die Körperzellen wachsen, so dass sich die charakteristischen Hautwucherungen bilden.

Eine Ansteckung findet entweder durch den direkten Kontakt mit infizierten Menschen oder über infiziertes Material statt, wie z. B. Handtücher oder Schuhe. Die Viren dringen über offene Hautstellen oder Wunden in die Haut ein. Ob sich eine Warze entwickelt, hängt auch immer davon ab, ob das Immunsystem intakt ist. Die Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht, beträgt Wochen bis Monate, das heißt, Warzen zeigen sich nicht sofort nach der Ansteckung, sondern oft erst Wochen oder Monate später.

Welche Warzenarten gibt es?
Die verschiedenen Warzenarten sind durch ihr spezielles Erscheinungsbild gekennzeichnet. Mit 80-90 Prozent kommen die sogenannten vulgären Warzen sowie die Dorn- bzw. Fußwarzen am häufigsten vor.

  • Die vulgären Warzen weisen eine blumenkohlähnliche Oberfläche auf, sind weiß, grau oder bräunlich und befallen meist Hände und Finger, doch können auch auf den Knien, den Füßen oder im Gesicht auftreten.
  • Die Dorn- bzw. Fußwarzen sind nur an Druckstellen unter dem Fuß zu finden: an der Ferse, den Fußballen oder Zehen. Sie wachsen z. B. durch den Druck durch zu enge Schuhe dornartig in die Tiefe. Häufig sind sie von Hornhaut und Schwielen bedeckt und können sehr schmerzhaft sein.
  • Flache (juvenile) Warzen treten vorwiegend bei Kindern auf. Die flachen bzw. runden, weichen Knötchen haben einen Durchmesser von einem bis fünf Millimetern und sind hautfarben bis gelbgrau, selten auch braun. Sie treten hauptsächlich im Gesicht auf, können aber auch andere Körperregionen wie Schienbeine, Unterarme, die Stirn oder Handrücken befallen und kommen in hoher Zahl (bis zu 100 Stück) vor.
  • Pinselwarzen sind fadenförmige Wucherungen, die am Hals, an den Lippen, den Augen und vor besonders den Augenlidern vorkommen können. Sie sind sehr klein, weiß bis dunkelrosa und bilden mehrere, nicht einmal Millimeter dicke Fingerchen aus.
  • Feucht- oder Genitalwarzen, sogenannte Kondylome, befallen insbesondere die Schleimhäute im Genital- oder Analbereich von Erwachsenen. Sie sind nur wenige Millimeter groß und sehen aus wie kleine weiße oder fleischfarbene Fäden. Ihre Oberfläche steht leicht ab und kann sich auch blumenkohlähnlich darstellen.
  • Dellwarzen, auch als Schwimmbadwarzen bekannt, werden nicht durch HPV verursacht. Auslöser ist das Molluscipoxvirus. Charakteristisch sind glatte, kugelförmige Knötchen auf der Haut mit einer glänzenden dunkelrosa Oberfläche und einer kleinen Vertiefung in der Mitte. Vorwiegend treten sie am Bauch, am Rücken, an den Armen und Beinen auf. Dellwarzen sind mit einer dickflüssigen, weißen Flüssigkeit gefüllt. Die Ansteckung erfolgt, wie bei den humanen Papillomaviren, durch eine Kontakt- bzw. Schmierinfektion. Besonders Kinder sind betroffen. Gut zu wissen: Nach einer Infektion mit Dellwarzen ist man meist ein Leben lang gegen die Warzen immun.
Eine Ausnahme unter der Warzen bilden die Alterswarzen: Sie werden – so nimmt man an – nicht durch Viren verursacht. Deshalb sind sie auch nicht ansteckend. Die tatsächlichen Ursachen sind noch nicht geklärt.
 

Wie behandelt man Warzen?
Warzen behandeln Sie am besten so schnell wie möglich. Zwar verschwinden viele Warzen nach einer gewissen Zeit von allein wieder, aber da Warzen hoch ansteckend sind, ist das Risiko groß, dass sich das Virus auf der Haut ausbreitet und weitere Warzen entstehen. Außerdem können auch andere Personen angesteckt werden. Und schließlich sind Warzen unangenehm und störend. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter den unansehnlichen Hautwucherungen.

Die Behandlung erfolgt abhängig von der Warzenart, dem Ort des Auftretens und der Anzahl. Vulgäre Warzen sowie Dorn- bzw. Fußwarzen können Sie einfach mit einem Warzenmittel aus der Apotheke selbst behandeln. Alle anderen Warzenarten sollten ärztlich behandelt werden. Für die Behandlung zu Hause stehen Ihnen verschiedene Mittel und Methoden zur Verfügung:

Selbst behandeln: Die Warze auflösen
Spezielle Substanzen wie Salizylsäure oder Milchsäure, oft in Kombination, können als Pflaster oder Lösung direkt auf die Warze gebracht werden. Sie weichen die verhornte Haut auf, so dass diese anschließend abgetragen werden kann. Diese Art der Behandlung wird Keratolyse genannt. Sie erfordert ein wenig Geduld, denn es kann mehrere Wochen dauern, bis die Warze auf diese Weise völlig verschwunden ist, dafür ist sie sehr schonend und besonders für Kinder gut geeignet. 

Selbst behandeln: Die Warze vereisen
Eine alternative Behandlungsmethode ist die Vereisung, die sogenannte Kryotherapie: Die Warze wird mit flüssigem Stickstoff vereist. Dabei stirbt das Warzengewebe ab und die Warze fällt innerhalb weniger Tage ab.

Die Behandlung durch den Arzt
In bestimmten „Warzen-Fällen“ sollten Sie immer einen Arzt hinzuziehen, z. B. wenn sich Warzen entzünden, bluten oder stark schmerzen, wenn sie in größerer Anzahl auftreten oder stark wuchern. Auch Warzen an den Genitalien, am Hals oder im Gesicht erfordern eine ärztliche Therapie. Kinder unter zwei Jahren und Betroffene mit schlechter Durchblutung oder Wundheilungsstörung, z. B. Diabetiker, sollten ebenfalls immer beim Arzt vorstellig werden.

Der Arzt kann verschiedene Methoden zur Warzenentfernung anwenden: Er kann z. B. die Warzen ausbrennen, sie chirurgisch entfernen oder mit einem Laser abtragen.

Wie schützen Sie sich vor Warzen?
Sie schützen sich am besten vor Warzen, wenn Sie einige „Vorsichtsmaßnahmen“ für sich und Ihre Familie ergreifen. Besonders im familiären Umfeld ist das Risiko groß, sich mit Warzen anzustecken. Gerade zu Hause fühlt man sich schließlich besonders sicher: Wenn man dort nicht barfuß laufen kann – wo dann? Auch im Schwimmbad, in der Sauna, im Hotelzimmer etc. kann man sich mit Warzen anstecken.

Diese Tipps können Ihnen helfen, sich und Ihre Familie vor den lästigen Warzen zu schützen: 

  • Jedes Familienmitglied sollte unbedingt ein eigenes Handtuch benutzen. Handtücher und Waschlappen sollten möglichst oft gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
  • Hände und Füße sollten nach dem Duschen oder dem Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna sorgfältig abgetrocknet werden, besonders zwischen den Fingern bzw. Zehen.
  • Warzenviren mögen eine feuchte Umgebung. Deshalb sollten Sie in Schwimmbädern, Saunen, öffentlichen Duschen und Umkleiden immer Badeschuhe tragen.
  • Ist die Haut angegriffen oder rissig, haben die Warzenviren es leicht, in die Haut einzudringen. Pflegen Sie Ihre Haut sorgfältig und tragen Sie bei der Haus- und Gartenarbeit Handschuhe zum Schutz.
  • Ein starkes Immunsystem kann Warzenviren abwehren. Unterstützen Sie Ihre Abwehrkräfte mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung.

Bildquelle: © WavebreakMediaMicro, fotolia.de; © Damian Gretka, fotolia.com